Spielt eine Klarinette in B ein notiertes C, erklingt ein B. Das ist kein Fehler, sondern Absicht: Die Klarinette ist ein transponierendes Instrument — sie klingt anders, als sie notiert ist. Hier findest du alle gängigen transponierenden Instrumente in einer Tabelle, erfährst, warum es sie gibt, und wie du eine Stimme richtig umschreibst.
Kurz erklärt
Ein transponierendes Instrument klingt höher oder tiefer, als es notiert ist. Sein Name sagt, welcher Ton erklingt, wenn ein C notiert ist: Bei einem Instrument in B klingt das notierte C als B, bei in Es als Es, bei in F als F. Willst du eine klingend notierte Stimme (C-Stimme) für ein solches Instrument umschreiben, verschiebst du sie um denselben Abstand in die Gegenrichtung: Für eine Klarinette in B, die eine große Sekunde tiefer klingt, notierst du eine große Sekunde höher.
Tabelle: transponierende Instrumente
Die Spalte „Klingend → Stimme“ brauchst du, um eine C-Stimme (etwa aus der Partitur oder vom Klavier) für das Instrument zu notieren; „Stimme → klingend“ ist der Rückweg. Die Intervalle heißen so wie in neumascan.
| Instrument | Notiertes C klingt als | Klingt gegenüber der Notation | Klingend → Stimme | Stimme → klingend |
|---|---|---|---|---|
| Piccoloflöte | C | eine Oktave höher | Oktave ↓ | Oktave ↑ |
| Altflöte in G | G | reine Quarte tiefer | Quarte ↑ | Quarte ↓ |
| Klarinette in B | B | große Sekunde tiefer | große Sekunde ↑ | große Sekunde ↓ |
| Klarinette in A | A | kleine Terz tiefer | kleine Terz ↑ | kleine Terz ↓ |
| Klarinette in Es | Es | kleine Terz höher | kleine Terz ↓ | kleine Terz ↑ |
| Klarinette in D | D | große Sekunde höher | große Sekunde ↓ | große Sekunde ↑ |
| Bassklarinette in B (Violinschlüssel) | B | große None tiefer | große None ↑ * | große None ↓ * |
| Englischhorn in F | F | reine Quinte tiefer | Quinte ↑ | Quinte ↓ |
| Sopransaxophon in B | B | große Sekunde tiefer | große Sekunde ↑ | große Sekunde ↓ |
| Altsaxophon in Es | Es | große Sexte tiefer | große Sexte ↑ | große Sexte ↓ |
| Tenorsaxophon in B | B | große None tiefer | große None ↑ * | große None ↓ * |
| Baritonsaxophon in Es | Es | Oktave und große Sexte tiefer | Oktave + große Sexte ↑ * | Oktave + große Sexte ↓ * |
| Trompete in B, Kornett, Flügelhorn | B | große Sekunde tiefer | große Sekunde ↑ | große Sekunde ↓ |
| Trompete in C | C | wie notiert | — | — |
| Trompete in D | D | große Sekunde höher | große Sekunde ↓ | große Sekunde ↑ |
| Trompete in Es | Es | kleine Terz höher | kleine Terz ↓ | kleine Terz ↑ |
| Horn in F | F | reine Quinte tiefer | Quinte ↑ | Quinte ↓ |
| Althorn in Es | Es | große Sexte tiefer | große Sexte ↑ | große Sexte ↓ |
| Tenorhorn, Bariton in B (Violinschlüssel) | B | große None tiefer | große None ↑ * | große None ↓ * |
| Gitarre | C | eine Oktave tiefer | Oktave ↑ | Oktave ↓ |
| Kontrabass | C | eine Oktave tiefer | Oktave ↑ | Oktave ↓ |
* Eine große None ist eine Oktave plus eine große Sekunde. In neumascan transponierst du derzeit um höchstens eine Oktave: Wähle das Intervall ohne die Oktave (große Sekunde bzw. große Sexte) — die Noten stehen dann eine Oktave neben der üblichen Lage.
Nicht transponierend sind unter anderem Flöte, Oboe, Fagott, Violine, Viola, Violoncello, Klavier, Harfe und Pauken — und im Orchester auch Posaune und Tuba: Sie klingen so, wie sie notiert sind. In Blasorchestern und Brass Bands gibt es Posaunen-, Bariton- und Tubastimmen allerdings auch transponiert in B oder Es im Violinschlüssel.
Was heißt „in B“ und „klingend“?
Die Stimmung eines Instruments — „in B“, „in Es“, „in F“ — ist der Ton, der erklingt, wenn der Musiker ein C greift und liest. Eine Klarinette in B spielt aus der Notenschrift C und klingt B; eine Klarinette in A spielt C und klingt A. Ob das Instrument höher oder tiefer klingt, verrät der Name nicht — das steht in der Tabelle.
Klingend notiert (auch C-Stimme, englisch „concert pitch“) heißt: so aufgeschrieben, wie es tatsächlich klingt — wie bei Klavier, Geige oder Flöte. Partituren stehen oft klingend, die Einzelstimmen der transponierenden Instrumente fast nie.
Achtung bei den Notennamen: Im Deutschen heißt der Ton „B“, was im Englischen „B♭“ ist; das englische „B“ ist unser „H“. Ein „B♭ clarinet“ ist also unsere Klarinette in B.
Warum gibt es transponierende Instrumente?
- Gleiche Griffe, gleiche Noten: Saxophone und Klarinetten gibt es in vielen Größen. Weil jede Größe transponierend notiert ist, gehört zu einer Note immer derselbe Griff — wer vom Alt- aufs Tenorsaxophon wechselt, muss nicht neu lesen lernen.
- Geschichte: Naturhörner und Naturtrompeten hatten keine Ventile und konnten nur die Naturtöne spielen. Für jede Tonart steckte man einen anderen Bogen auf — notiert wurde trotzdem in C, und der Bogen bestimmte, wie es klingt. Daher stammen „Horn in F“ oder „Trompete in B“.
- Lesbarkeit: Piccoloflöte, Gitarre und Kontrabass klingen eine Oktave höher bzw. tiefer, als sie notiert sind — sonst stünden ihre Noten weit über oder unter dem System, mit vielen Hilfslinien.
So schreibst du eine Stimme um
- Intervall nachschlagen: In der Tabelle oben steht, um wie viel du verschiebst — für eine Klarinette in B von klingend aus eine große Sekunde aufwärts.
- Vorzeichnung verschieben: Die Tonart wandert um dasselbe Intervall. Als Faustregel bekommen B-Instrumente zwei Kreuze mehr (oder zwei Be weniger), Es-Instrumente drei Kreuze mehr und F-Instrumente ein Kreuz mehr — siehe Tabelle unten.
- Jede Note verschieben und Vorzeichen anpassen: Aus einem klingenden Es wird für die B-Klarinette ein F, aus einem klingenden H ein Cis.
- Tonumfang prüfen: Liegt eine Note unter dem tiefsten Ton des Instruments, setz die Stelle eine Oktave höher — oder spiel sie auf einem anderen Instrument der Familie.
Tabelle: Tonarten für B-, Es- und F-Instrumente
| Klingend | B-Instrument | Es-Instrument | F-Instrument |
|---|---|---|---|
| C-Dur | D-Dur (2♯) | A-Dur (3♯) | G-Dur (1♯) |
| F-Dur (1♭) | G-Dur (1♯) | D-Dur (2♯) | C-Dur |
| B-Dur (2♭) | C-Dur | G-Dur (1♯) | F-Dur (1♭) |
| Es-Dur (3♭) | F-Dur (1♭) | C-Dur | B-Dur (2♭) |
| As-Dur (4♭) | B-Dur (2♭) | F-Dur (1♭) | Es-Dur (3♭) |
| G-Dur (1♯) | A-Dur (3♯) | E-Dur (4♯) | D-Dur (2♯) |
| D-Dur (2♯) | E-Dur (4♯) | H-Dur (5♯) | A-Dur (3♯) |
Tabelle: Notennamen von klingend zu B, Es und F
| Klingend | B-Instrument | Es-Instrument | F-Instrument |
|---|---|---|---|
| C | D | A | G |
| Des | Es | B | As |
| D | E | H | A |
| Es | F | C | B |
| E | Fis | Cis | H |
| F | G | D | C |
| Ges | As | Es | Des |
| G | A | E | D |
| As | B | F | Es |
| A | H | Fis | E |
| B | C | G | F |
| H | Cis | Gis | Fis |
Schneller: Stimme fotografieren und transponieren lassen
Von Hand umzuschreiben dauert — und ein vergessenes Vorzeichen fällt erst in der Probe auf. Mit neumascan geht es so:
- Die gedruckte Stimme fotografieren oder als PDF hochladen.
- Unter „Transponieren“ eine Voreinstellung wählen — „B-Klarinette / Trompete“, „Alt-Saxophon (Es)“, „Horn in F“ — oder ein beliebiges Intervall bis zur Oktave.
- Zur Kontrolle anhören: Die transponierte Stimme klingt im Browser, die gerade gespielte Note ist hervorgehoben.
- Als PDF zum Ausdrucken herunterladen — oder als MusicXML und MIDI.
Vorzeichnung, Vorzeichen und Notenwerte setzt neumascan selbst. Es liest gedruckte, einstimmige Einzelstimmen; Klaviernoten und Handschrift noch nicht. Mehr dazu, für wen sich das lohnt, steht in Für wen eignet sich neumascan?, das Werkzeug allein unter Noten transponieren.